Industrie 4.0

Industrie 4.0 – Management des Wandels

Geschäftsführer Dr. Olaf Schrödel im Interview über seinen Vortrag beim Ludwig Erhard Symposium 2014 sowie Definitionen und Herausforderungen von Industrie 4.0.

Am 9. und 10. Oktober 2014 fand in Nürnberg das Ludwig Erhard Symposium statt – eine Wirtschaftskonferenz mit dem Ziel, ein von Studenten organisiertes Wissensforum mit Persönlichkeiten aus der Wirtschaft in Bayern zu etablieren. Unter dem Motto „Wirtschaftswunder 3.0 – erfolgreiches und nachhaltiges Handeln in der Welt von morgen“ diskutieren Schlüsselfiguren aus Praxis und Theorie über Wirtschaftsthemen von morgen.

SINTEC CEO Dr. Olaf Schrödel referierte in seinem Vortrag über “Industrie 4.0 – Management des Wandels”. Anhand der vier Handlungsfelder Prozesse, Geschäftsmodelle, Menschen und Daten präsentiert er die Zukunftsperspektiven des Standorts Deutschland.In einem Interview gab Olaf Schrödel bereits im Vorfeld einen Einblick in das vielschichtige Themengebiet.


Herr Schrödel, Ihr Vortrag dreht sich um das Thema Industrie 4.0. Das Wort kursiert momentan ja öfters durch die Medien. Schlagwort, Hype, Vision? Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

Wir müssen uns mit den neuen Möglichkeiten der digitalen Welt beschäftigen und diese für uns zunutze machen, wenn wir Deutschland weiterhin als wettbewerbsfähigen Innovations- und Hochlohnstandort sichern wollen. Das Themengebiet Industrie 4.0 ist in manchen Branchen sicher schon sehr viel tiefer in den Köpfen und auch Fertigungsprozessen verankert als man eigentlich annimmt. Viele auch technologische Voraussetzungen sind schon geschaffen worden oder stehen zumindest auf der Agenda – auch die Bundesregierung hat sich das Thema ja auf die Fahne geschrieben und investiert in damit verbundene Zukunftsprojekte.

Aus meiner Sicht ist die eigentliche Herausforderung, den damit einhergehenden Wandel zu managen. Wenn wir es schaffen, Menschen, Prozesse und Systeme entsprechend miteinander zu vernetzen, hat Deutschland in der Pionierrolle extrem gute Voraussetzungen, um die Vision Industrie 4.0 Realität werden zu lassen. Mit der Mischung aus öffentlich und privat finanzierter Forschung, hochinnovativen Anbietern von Produktionstechnologien und Embedded Systems Herstellern haben wir beste Chancen, uns hier erfolgreich zu positionieren. Und der Vorteil ist, dass dies nicht nur auf die Großkonzerne beschränkt ist, sondern auch für den Mittelstand gilt, der langsam anfängt, sein Digitalisierungs-Potenzial zu nutzen.

Die Anfänge dazu sind bereits gemacht, aber die sog. vierte industrielle Revolution ist wohl eher eine Evolution, die langsam voranschreitet.


In Ihrem Vortrag geht es um den Aspekt „ Managen des Wandels“. Haben Sie ein gutes Beispiel, um welchen Wandel es hier geht und was die Herausforderungen dabei sind?

Schauen Sie sich allein das Thema Mitarbeiter und deren Arbeitsverhalten an. Die sog. Generation Y erfordert in einigen Bereichen eine neue, viel flexiblere Führungskultur. Hier prallen verschiedene Welten aufeinander. Neudeutsch bezeichnet man sie ja als die Digital Natives, die die Geschäftswelt der Analog Seniors, zu denen auch ich mich noch zähle, ein Stück weit umkrempeln.

Diese Gen Y agiert sehr selbstbewusst, vernetzt und weitgehend unabhängig. Unternehmen, die überwiegend top-down kommunizieren und ihre Leistungen isoliert und ohne aktive Beteiligung ihrer Mitarbeiter definieren, werden es schwer haben, neue Mitarbeiter zu finden, weil diese daran gewöhnt sind, eigene Inhalte zu erstellen und sich aktiv einzubringen. Sie sind enorm vernetzt und die Grenzen zwischen Beruf und Privatem verschwimmen zunehmend. Klassische Arbeits- und Anwesenheitszeiten und auch der Ort der Tätigkeit verliert hier zunehmend an Bedeutung, entscheidend sind vor allem Arbeitsergebnisse und Leistung. Ich werte das weder positiv noch negativ, Fakt ist einfach, dass wir hier umdenken müssen und Themen wie individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, flexible Arbeitsgestaltung und die Art und Weise, miteinander zu kommunizieren und Wissen zu teilen, neu aufsetzen oder zumindest anpassen müssen.


Sie sind Geschäftsführer eines Softwareentwicklungs- und Beratungshauses. Wie passt das Thema Industrie 4.0 in Ihren Geschäftsalltag?

Das Thema hat bei uns schon an vielen Stellen Einzug gehalten – wenn auch nicht unbedingt unter dem Schlagwort Industrie 4.0. In vielen Projekten, die wir für unsere Kunden umsetzen, geht es um intelligente Fertigungsautomatisierung, die Auswertung und Nutzung von Echtzeitdaten oder die Umsetzung von Vernetzungs- und Integrationsthemen.

Beispielsweise konnten wir bei einem Kunden die Fertigungsdurchlaufzeit zur Beschichtung und Veredelung von Glas um die Hälfte reduzieren, was vor allem in Hinblick auf Ressourceneffizienz und Flexibilität ein Riesengewinn ist. Bei einem anderen Auftraggeber ging es um die sichere und performante Vernetzung von neuen Standorten, Produktions- und Logistikzentren, aber auch die Einbindung deren externer Kooperationspartner. Hier sind wir eindeutig in der „neuen Welt“ angekommen.

Als Softwareentwickler und Integrationsspezialisten haben wir klar das vordringliche Ziel, in einer Art vierten industriellen Revolution unseren Standort Deutschland zu sichern und zu stärken. Aktuell sind wir dabei, uns hier entsprechend auch hinsichtlich möglicher Forschungskooperationen zu positionieren und das passendes Geschäftsmodell aufzusetzen.

Hier sehen Sie die Prezi-Präsentation „Industrie 4.0 – Management des Wandels“

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SINTEC auf der Messe Smarter_Mittelstand – Digitalisierung 4.0

Als Aussteller besuchten wir die Messe "Smarter Mittelstand - Digitalisierung 4.0" in der Meistersingerhalle in Nürnberg, wo interessante Informationen zur Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen ausgetauscht werden konnten. Unser Business Development Manager Dirk Kühnert vertrat SINTEC mit einem Fachvortrag zum Internet of Things.
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